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Die polnische Geigerin Jolanta Sosnowska verbindet, sowohl in ihrem Spiel als auch in ihrer Präsenz auf der Bühne, auf einzigartige Weise Vielseitigkeit, Ausdruckskraft und Gefühl – eine Verbindung, die gleichwohl Publikum wie Kritik in ihren Bann schlägt. Sie wird als urgewaltig, intuitiv und hingebungsvoll beschrieben.

Jolanta Sosnowska wurde in eine Musikerfamilie in Warschau (Polen) hineingeboren. Ihren ersten Violinunterricht erhielt sie mit sechs Jahren. Nach der Matura am Karol Szymanowski Musikgymnasium in Warschau absolvierte sie ein Magister-Studium im Bereich Konzertfach Violine an der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität in Warschau. Danach bekam sie ein Stipendium der University of Illinois (USA), an der sie ihr Studium Master of Music in Violin Performance abschloss. Ihre weitere professionelle Ausbildung erhielt sie am Konservatorium Wien, Abteilung Alte Musik, an der sie das Fach Barockgeige absolvierte. Zu ihren Lehrern zählten: Mirosław Ławrynowicz, Sibbi Bernhardsson, Werner Hink, Ulli Engel und Gunar Letzbor. Zusätzlich belegte sie Meisterkurse bei Giuliano Carmignola, John Holloway, Eric Höbarth, sowie bei Ruggiero Ricci und Wolfgang Marschner. 2015 schloss sie, an der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität in Warschau, ihr künstlerisches Doktorat über die Künstlerische Rolle des Darstellers beim Kreieren der Violinwerke von Marian Sawa ab.

Die Preisträgerin der Paul Rolland Memorial Violin Competition (USA, 2004) und Finalistin mehrerer renommierter internationaler Barockwettbewerbe ist eine vielseitige Violinistin, deren facettenreiches Repertoire von Kompositionen des Barock bis zur modernen Musik reicht.

Als Barockgeigerin-Solistin, die auf einem historischen Originalinstrument aus dem 18. Jahrhundert konzertiert, trat sie solistisch im holländischen Concertgebouw Amsterdam auf (als Stipendiatin der Jumpstart Jr. Stiftung). Im Jahr 2012, nach dem erfolgreichen Auftritt beim 2. Internationalen Heinrich-Biber-Wettbewerb in St. Florian im 2011 (Österreich) wurde sie eingeladen, bei den Resonanzen im Wiener Konzerthaus und den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik (2012, und später 2014 und 2016) zu spielen. Ihre CD-Einspielung „baRock&vienna“ mit neuendeckten und unbekannten österreichischen Musik ist Dezember 2015 auf dem polnischen Label For Tune erschienen. Außer Konzerten in fast allen europäischen Ländern besuchte die Geigerin auch andere Staaten, wie Japan, Mexiko, Peru, Russland und die USA.

Als Botschafterin ihres Heimatlandes machte sich Jolanta Sosnowska durch zahlreiche Konzerte und CD Weltpremieren polnischer Kompositionen verdient. Im Jahre 2011 erschien ihr Debüt-Album mit Werken Zygmunt Noskowskis (1846-1909). Die Tonaufnahmen der Welt-Premiere dieser bislang unbekannten Musik übernahm das Label Acte Préalable. Seit 2012 beschäftigt sich Jolanta Sosnowska mit Werken für Violine des Warschauer Komponisten Marian Sawa (1937-2005). Die CD-Einspielung mit allen Violin-Kompositionen Sawas (2016 auf dem Label Naxos erschienen) wurde für den Preis der polnischen Phonographie Gesellschaft – Fryderyk 2017 nominiert.

Regelmäßige Auftritte mit österreichischen und europäischen Barockensembles runden die Tätigkeit der Musikerin ab. Sie arbeitet – als Mitgliederin oder Konzertmeisterin – mit Ensembles wie Ars Antiqua Austria, Altomonte Ensemble, Collegium Wartberg, Capella Imperialis, Pandolfis Consort, Orchester von St. Augustin, Neue Wiener Hoffkapelle, Wiener Akademie, Ensemble vita & anima, Tiroler Barockinstrumentalisten, sowie mit dem La Cetra Basel und der Freitagakademie Bern zusammen. Ihre Konzertreisen führten sie an das Concertgebouw Brügge (im Rahmen des MA Festivals), das Rudolfinum Prag, das Konzerthaus Berlin, das National Center of the Performing Arts in Peking und an das Jerusalem Theater (im Rahmen des Jerusalem Festivals). Als Kammermusikerin nahm sie zahlreiche CDs auf für Labels wie Deutsche Grammophon, Sony Classical, Gramola oder Pan Classics.

Neben ihren zahlreichen Konzertreisen findet Jolanta Sosnowska Erfüllung auch beim Unterrichten, Publizieren und Sozialaktivitäten (z.B. Wohltätigkeit). Sie leitet Meisterklassen für Violine, zum Beispiel am Conservatorio Nacional de Música in Mexiko (2013). Ihr Buch Die Orchester- und Ensembleaufstellung im 18. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Position des Geigers – ausgewählte Beispiele erschien 2014 beim Akademikerverlag in Deutschland. Sie ist seit 2009 auch künstlerische Leiterin eines Musikfestivals in Groß Rosinsko (Polen).

Jolanta Sosnowska spielt eine historische Violine von Johann Christian Ficker, Markneukirchen (Deutschland), zweite Hälfte des 18. Jahrhundert sowie eine moderne Geige von Józef Bartoszek, Zakopane (Polen), 1993.